Mein Krebstagebuch

Nach OP – alles paletti

Januar 30, 2010 · 3 Kommentare

Gestern früh kam ich im Krankenhaus an, Mittags wurde ich unter Vollnarkose operiert, und heute sitze ich bereits wieder zuhause an meinem Computer und schreibe diesen Beitrag. Es hat also alles bestens funktioniert. Ich habe keinerlei postoperative Beschwerden, keine der möglichen Nebenwirkungen ist eingetreten und ich bin schmerzfrei. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz ganz herzlich bei den Ärztinnen, Ärzten und Krankenschwestern der chirurgischen Abteilung des LKH Klagenfurt bedanken, denn nicht nur die Operation verlief komplikationsfrei, sondern auch die Behandlung durch das Pflegepersonal war medizinisch und menschlich 1a. Es gibt ja viele Leute, die über das LKH ausschließlich Schlechtes erzählen und von wahren Horrorstories berichten, aber entweder sind diese Menschen von US-Krankenhausserien, in denen es pro Patient gefühlte zehn Ärzte und 20 Krankenschwestern gibt, mit unrealistischen Erwartungshaltungen ausgestattet und dann von der Realität schockiert, oder ich habe einfach Glück gehabt. Ich kenne ja “nur” die Onkologie und die Chirurgie an diesem Krankenhaus aus eigener Erfahrung, kann aber beiden Abteilungen nicht weniger als ein “Sehr Gut” ins Zeugnis schreiben. Vielleicht sind ja alle anderen Abteilungen schrecklich und schlecht und mies, aber das kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

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Und wieder Krankenhaus

Januar 28, 2010 · 3 Kommentare

Ich war heute bei einer Nachsorgeuntersuchung in Sachen Krebs. Die gute Nachricht: An der Krebsfront herrscht tiefer Frieden. Die schlechte Nachricht: Der Abszess in meinem Afterausgang, der mich schon seit langem immer wieder quält, wurde untersucht und es wurde entschieden, dass er rausoperiert werden muss. Gleich morgen Mittag komme ich unters Messer, mit Vollnarkose und allem was dazugehört. Geschätzte Aufenthaltsdauer: Im Idealfall eine Nacht, aber auch einige Tage sind möglich. Da bei mir als Nachwirkung der Chemo alles schlechter und langsamer heilt als bei Gesunden, rechne ich nicht damit, schon am Samstag wieder entlassen zu werden. Nun ist es ja gut, dass der verdammte Abszess endlich entfernt wird, denn gerade an der Stelle, an der er hockt, nervt er mich immer wieder. Andererseits bin ich natürlich psychologisch alles andere als gut darauf eingestellt, schon wieder stationär ins Krankenhaus zu müssen und eine nicht ganz ungefährlliche Operation über mich ergehen zu lassen. Außerdem sind die Aussichten, die die kommenden Tage zu bieten haben, sogar dann nicht besonders verlockend, wenn alles gut geht, denn die Chirurgin, die mich untersuchte, hat mich darauf hingewiesen, dass mir eine sehr schmerzerfüllte Zeit bevorsteht, da man den von Eiter entleerten Abszess nicht einfach zunähen kann, sondern die offene Wunde heilen lassen muss. Das ist nun binnen weniger Jahre die dritte OP mit Vollnarkose. Aber es bliebt mir nichts anders übrig, als das über mich ergehen zu lassen und den Ärzte zu vertrauen, dass sie ihren Job gut machen werden. Und zu hoffen, dass ich wieder aufwache, und zwar nur vom Abszess befreit und nicht von meinem Schließmuskel.

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Chemo Brain?

Januar 23, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Viele Leidensgenosinnen und -genossen des Verfassers werden das kennen: nach einer Krebstherapie arbeitet das Gehirn nicht mehr so, wie man es von ihm erwartet und vor der Therapie gewohnt war. Man vergisst Namen, Telefonnummern, Adressen und Termine, verlegt plötzlich immer mehr Sachen und ist erstaunt, wenn diese dann von anderen Leuten ganz easy gefunden werden, man hat den Eindruck, “langsam” zu sein (und ist es auch), Entscheidungen fallen extrem schwer, man rafft sich nur mit Mühe zur Erledigung alltäglicher Herausforderungen auf, der Wortschatz scheint zu schrumpfen, generell fällt es schwer, sich zu konzentrieren, und so weiter. Ich dachte zunächst, als mir diese Symptome auffielen, dass diese von meiner speziellen Therapie herrührten (ich bekam die Chemo zum Teil direkt in die Rückenmarks/Gehirnflüssigkeit gespritzt), doch als ich kürzlich mit einer Nachbarin sprach, die eine Brustkrebstherapie hinter sich hatte, und diese Nachbarin über ganz ähnliche Symptome klagte, begann ich zu recherchieren und stieß auf den Begriff

CHEMO BRAIN

Anscheinend leiden sehr viele Krebspatienten nach ihrer Behandlung unter den oben beschrieben kognitiven Problemen. Zunächst gingen Wissenschaftler davon aus, dass es sich um eine direkte Nebenwirkung der Chemotherapie handle (daher die Bezeichnung “Chemo Brain”"), da diese neben den Tumorzellen auch die “kleinen grauen” im Oberstübchen angreifen würde. Neuere Studien der amerikanischen Krebsgesellschaft deuten jedoch darauf hin, dass ein ganzer Cocktail an Ursachen für das Auffreten des Chemo-Brain-Syndroms verantwortlich sein kann: Neben der Chemotherapie auch das psychische Trauma und der damit verbundene Stress (Depressionen, Schlaflosigkeit, Angst etc), Nebenwirkungen von Schmerzmitteln, niedrige Blutwerte, Infektionen des geschwächten Körpers, die oft während und nach Chemotherapien aufttretende chronische Müdigkeit und so weiter.

Eines scheint gesichert: Das “Chemo Brain” (richtiger: Post-chemotherapy cognitive impairment) ist real und 20 bis 30 Prozent aller mit Chemo behandelten Patientinnen und Patienten leiden darunter. Behandlungsmöglichkeiten dieser Nebenwirkung/Nacherkrankung scheinen derzeit Mangelware zu sein, doch Betroffene dürfen dennoch halbwegs guten Mutes sein, denn die Symptome verschwinden in aller Regel wieder und das Gehirn wird genauso leistungsfähig, wie es vor der Behandlung war. Man muss aber Geduld haben, denn es kann mehre Jahren dauern, bis man sich geistig völlig erholt hat.

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Zum Nachdenken

Januar 20, 2010 · 6 Kommentare

Ich werfe mal kurz etwas in den Raum, über das bitte manche Menschen nachdenken sollten: Ohne Gentechnik, ohne Stammzellenforschung, ohne Tierversuche, ohne Schulmedizin und ohne pharmazeutische Industrie würde ich nicht diesen Blog betreiben, sondern bereits unter der Erde liegen.

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Psychische Nachwehen

Januar 10, 2010 · 2 Kommentare

Zur Zeit muss ich mit einer unerwarteten Nachwirkung meines Therapiejahres klarkommen: Nachts, wenn ich im Bett liege und auf den Schlaf warte, durchlebe ich plötzlich wieder Teile des Leidensweges, es tauchen Bilder, Geräusche und Gefühle auf, die ich bereits vergessen geglaubt hatte. Das ist alles andere als angenehm und führt derzeit zu fast schlaflosen Nächten. Am ehesten beschreiben kann man das wie eine unangnehme Psychotherapie, bei der verdrängte Traumata wieder ans Tageslicht gelangen, bloß ohne lenkenden Therapeuten, oder – für jene, die noch nie eine Psychotherapie hatten -  wie einen unfeinen Drogentrip mit heftigen Paranoiaschüben. Ist das nun eine “normale” und möglicherweise sogar gesunde Aufarbeitung, die mein Gehirn da leistet, oder ein Notruf meiner Psyche? Ich weiß es nicht, werde aber versuchen, doch noch irgendwie zu einer psychologischen Nachbehandlung zu gelangen. Es muss doch möglich sein, spezialisierte Therapeuten oder Therapeutinnen zu finden und zumindest den Großteil der Kosten dafür ersetzt zu bekommen? Ich meine, eine monatelange Krebsbehandlung, die noch dazu während vieler Wochen in einem Isolierzimmer stattfindet, hinterlässt Spuren, sie ist, wie auch die Konfrontation mit dem Tod, ein Trauma. Ich werde mich mal schlau machen und hoffe doch, dass es begleitende Hilfe gibt, denn es wäre ein wenig seltsam, würde man Krebspatienten nach überstandener, langwieriger Therapie einfach mit ihren angestauten Ängsten und seelischen Schmerzen alleine lassen.

Ansonsten geht es mir körperlich gut, ich fühle mich zumeist kräftig und fit. Lediglich mein Rückgrat scheint seit den vielen Injektionen und Flüssigkeitsentnahmen dauerhaften Schaden genommen zu haben, wenn auch keinen dramatischen. Ich habe halt kleinere Schmerzen, wenn ich mich bücke oder drehe, also nichts, weswegen ich zum Patientenanwalt laufen würde. Außerdem ist noch nicht gesagt, dass das so bleiben wird, denn dass die physischen Nachwirkungen der Therapie lange andauern werden, wurde mir ja bereits gesagt. Mein Immunsystem scheint gut zu arbeiten, denn obwohl es den Angaben der Ärzte nach noch einige Monate lang geschwächt sein soll, fühle ich eine deutliche Verbesserung. Ich fange mir keine Infektionen ein und auch die Wundheilung funktioniert wieder schneller als noch zu Ende der Therapie.

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Dennis Hopper liegt im Sterben

Januar 7, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Der Schauspieler und Regisseur Dennis Hopper (73) leidet and Prostatakrebs. Nun wurde ihm mitgeteilt, dass Metastasen die Knochen befallen hätten und man ihm medizinisch nicht mehr helfen könne. . Er ist laut eigener Aussage “zum Sterben bereit”. Ihm zu Ehren hier ein Song von den Byrds, der auf Hoppers Regiedebut, dem legendären “Easy Rider” zu hören war:

The river flows
It flows to the sea
Wherever that river goes
That’s where I want to be
Flow river flow
Let your waters wash down
Take me from this road
To some other town

All he wanted
Was to be free
And that’s the way
It turned out to be
Flow river flow
Let your waters wash down
Take me from this road
To some other town

Flow river flow
Past the shaded tree
Go river, go
Go to the sea
Flow to the sea

The river flows
It flows to the sea
Wherever that river goes
That’s where I want to be
Flow river flow
Let your waters wash down
Take me from this road
To some other town

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Alles Gute im neuen jahr

Dezember 30, 2009 · 3 Kommentare

Ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern und vor allem jenen unter ihnen, die krank sind, ein gutes neues Jahr und einen erfolgreichen Kampf gegen den Krebs! Bloß nicht aufgeben, Leute!

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Krebsfrei!

Dezember 22, 2009 · 20 Kommentare

Knapp neun Monate nach der Diagnose “Burkitt-Lymphom” und nach sechs intensiven Chemotherapiezyklen hat mir heute meine behandelnde Ärztin, OA Dr. Elisabeth Isak, die erlösende Nachricht überbracht: Ich habe keinen Krebs mehr. Blutuntersuchungen und CT-Scans haben gezeigt, dass die Behandlung ein voller Erfolg war, das Lymphom weg ist und nirgends Metastasen lauern. Was für ein unglaublich schönes Weihnachtsgeschenk! Natürlich werde ich die kommenden Monate und Jahre unter Beobachtung stehen, also in gewissen Abständen zur Kontrolle gehen müssen, aber das ist mir bloß recht, denn so erhöht sich die Chance, dass der Herr Burkitt oder irgendwelche “Folgekrebse” rasch entdeckt werden, sollten sie auftauchen. Dr. Isak sagte weiters, dass meine Prognose diesbezüglich, also auf ein Wiederauftreten des Burkitt-Lymphoms hin, sehr gut sei, da ich das Glück gehabt habe, dass es sich an einer einzigen Stelle im Körper zusammengeklumpt und nicht in Lunge, Blut, Knochen oder Gehirn gestreut hatte. Zwar werden meine Abwehrkräfte als Folge der Chemotherapie noch für ein paar Monate nicht ganz so stark sein wie die von gesunden Menschen, aber ich darf ab heute wieder alles essen, was mir schmeckt, also auch Rohkost, Salate usw, was für mich eine weitere großartige Nachricht des Tages ist.

Ich werde jetzt nicht, wie man es oft im Zusammenhang mit Prominenten liest, schreiben: “Ich habe den Krebs besiegt”. Den Krebs besiegt man nicht, man überlebt ihn, und auch das in 99 Prozent aller Fälle nur durch die Hilfe der modernen Medizin und guten Ärzten und Ärztinnen und auch einer Portion Glück. Und für diese Hilfe, die ich bekommen habe, bin ich so dankbar, dass selbst mir als gelerntem Journalisten die Worte fehlen, um das adäquat auszudrücken. Ich möchte daher noch einmal betonen, wie glücklich ich mich schätze, in Österreich zu leben, wo man die Behandlung bekommt, die man braucht, egal, was diese kostet, und ich will erneut meiner tiefen Dankbarkeit der Ärzteschaft am LKH-Klagenfurt, aber auch den Krankenpflegerinnen und -pflegern gegenüber Ausdruck verleihen. Ich hatte zu Beginn der Behandlung nicht damit gerechnet, auf so viel Herzlichkeit und Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zu treffen. NIE wurde mir mit Grant oder Gleichgültigkeit begegnet, IMMER wurde mir das Gefühl gegeben, dass man alles Menschenmögliche unternimmt, um mir die wahrlich nicht angenehme Behandlung so erträglich wie möglich zu machen. Ebenfalls Dank verdient haben jene Verwandten, Freunde und Bekannten, die mich im Krankenhaus besucht und/oder mich moralisch unterstützt haben. Es war ein gutes Gefühl zu wissen, dass man nicht alleingelassen wird wenn die Nacht am tiefsten ist. Danke vor allem an meine allernächsten Angehörigen, für die diese Zeit extrem belastend war (vor allem meine Gattin hatte es nicht leicht, was sich ja auch zuletzt in einem Konflikt niederschlug).

Und wie geht es jetzt weiter? Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben mich natürlich verändert, wie es wohl jeder Blick in den bodenlosen Abgrund tut, aber ich bin trotzdem fast derselbe Mensch wie zuvor. Ich werde allerdings besser auf mich achtgeben, demnächst mal mit dem Rauchen aufhören und Alkohol weitgehend meiden. Auch, nein, vor allem an meiner seelischen Gesundheit werde ich ebenso arbeiten wie an kleineren Problemchen wie zB der lästigen Zyste, die mich immer wieder mal durch Schmerzen nervt. Ich werde jetzt NICHT in einen “Nachholrausch” verfallen, denn was mich die Begegnung mit der eigenen Sterblichkeit gelehrt hat, ist Demut. Demut gegenüber der Tatsache, dass sich manche Dinge nicht abwenden oder ändern lassen, dass der innere Friede mehr wert ist als alles andere und dass dieser innere Friede bzw. die Zufriedenheit nicht aus wildem Aktionismus und Konsumverhalten ensteht, sondern aus der Erkenntnis, dass die materielle Welt vergänglich ist, sich alles in ständiger Veränderung befindet und eine Mauer aus Illussionen und Begierden und kurzfristigen Scheinbefriedigungen uns davon abhält, zur Ruhe, zur Gelassenheit zu kommen. Meine Monate im Krankenhaus haben mir geholfen, zumindst ein paar kurze Blicke jenseits dieser Mauer zu werfen…

Was diesen Blog betrifft, so werde ich ihn weiter betreiben, wenn auch mit weniger Updates. Ich weiß, dass das Kapitel Krebs nicht abgeschlossen ist und niemals abgeschlossen sein wird, da es für immer ein Teil meiner Psyche bleiben wird und die Krankheit auch ganz konkret körperlich wieder auftauchen kann. Abschließend möchte ich noch zwei Sachen sagen: Danke an die Leserinnen und Leser, die mir hier Zuspruch und Trost gepostet haben, und viel Glück, Mut und Erfolg jenen Leserinnen und Lesern, die an Krebs leiden und sich derzeit noch in Behandlung befinden.

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Der – vorerst – letzte CT-Scan

Dezember 18, 2009 · 4 Kommentare

Heute habe ich mich dem vorerst letzten CT-Scan meiner Krebstherapie unterzogen. Bin mit einem mulmigen Gefühl hingefahren, da ich unter starker Platzangst leide, und der Scan zu Beginn meiner Therapie war für mich eher kein Vergnügen, da die Röhre zwar nicht so eng wie bei der Magnetresonanz ist, aber dennoch gut zwei Meter lang, und ich wurde rückwärts hineingeschoben und der Scan dauerte gut 20 Minuten. Wie positiv war ich dann heute überrascht, dass ich nicht in dieses Gerät kam, sondern in ein noch moderneres und noch viel “unter-Platzangst-Leidenden-freundlicheres”: Ein dicker Ring, ca. einen Meter breit, und man kommt mit den Füßen voran hinein. Dazu dauerte das Abdomen- und Lungen-CT nur knapp zehn Minuten und die Sache war erledigt. Was war ich erleichtert! Dann kamen noch ein paar bange Minuten des Wartens, bis sich ein Arzt die Bilder angeschaut hatte, doch der scheint nichts Alarmierendes gesehen zu haben, denn ich wurde dann gleich heimgeschickt. Natürlich kann eine Onkologin auf den CT-Scans Sachen entdecken, die der Röntgenologe möglicherweise nicht sieht, doch ich gehe einfach mal frech davon aus, dass die Röntgenfachärzte nicht ganz unerfahren sind und dass ich SOFORT zu einem ernsten Gespräch gerufen worden wäre, hätte man einen Tumor bzw. Metastasen entdeckt (weshalb sonst sollte man mich gebeten haben, doch bitte das “okay” oder “njet” des Arztes abzuwarten?). Ich bin also für das Abschlussgespräch am kommenden Dienstag vorsichtig optimistisch, aus Erfahrung wohl wissend , dass der Teufel selten schläft und unverhoffte Katastrophen gerne dann eintreten, wenn man sich gerade sicher fühlt, doch sowohl vom Bauchgefühl her, als auch von heutigen Untersuchung aus betrachtet sehe ich Anlass zu verhaltener weihnachtlicher Vorfreude.

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Letzte Behandlung vorbei

Dezember 16, 2009 · 3 Kommentare

Heute fand meine Krebsbehandlung ihr (einstweiliges? endgültiges?) Ende: Ich habe ich meine letzte Mabtherainfusion verabreicht bekommen und bin dabei, wie üblich, sanft weggeschlummert, was von großem Vorteil ist, da man doch an die drei Stunden am Tropf hängt. Zuvor wurde ein großes Blutbild gemacht und der Arzt verbreitete Zuversicht (“sieht alles sehr gut aus, alles Gute für ihr neues Leben”). Am Freitag kommt dann noch der CT-Scan und am kommenden Dienstag das Abschlussgespräch mit der behandelnden Ärztin. Ich bin zuversichtlich, dass der Krebs “weg” bzw. unter Kontrolle ist, aber wissen werde ich das erst nächste Woche. Insgesamt geht es mir auch psychisch wieder besser und ich verarbeite den persönlichen Schlag erstaunlich gut. Klar, ich hatte zwei fast schlaflose Nächte, und gerade hat der Postbote ein Paket gebracht, dessen Inhalt ich meiner Frau zu Weihnachten schenken wollte. Na, schauen wir mal. Ich habe ja 30 Tage Zeit, um es wieder zurückzuschicken. Es tut doch weh, das Teil anzusehen und daran zu denken, dass vor ein paar Tagen die Welt noch halbwegs “normal” für mich aussah, soweit das halt die Umstände meiner Erkrankung erlaubten.

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