Acht Tage. Seit acht Tagen liege ich nun schon auf einem Isolierzimmer, das ich nicht verlassen darf. Und wisst ihr was? Es geht mir immer noch gut dabei. Das ist insoferne erstaunlich, da ich ein Angstpatient bin, von dem sogar Adrian Monk noch was lernen könnte, also Phobien, Panikattacken und Platzangst zu meinen täglichen Begleitern zählen muss. Aber die Diagnose Krebs scheint etwas in mir verändert zu haben, scheint Kräfte freigelegt zu haben von denen ich nicht (mehr) wusste, dass ich über sie verfüge. Ich fühle mich psychisch stärker als vor der Diagnose, und ich fühle mich hier in diesem Zimmer, dessen Außentür für mich tabu ist und aus dem ich erst raus darf, wenn es die Ärzte so entscheiden, weniger eingeengt als ich es oft in meiner großen Wohnung empfand. Und seit acht Tagen habe ich keine Zigarette mehr geraucht, was ich vorher für völlig unmöglich gehalten habe. Bin ich deswegen schon ein Nichtraucher? Na sicher nicht! Die Lust, mir eine anzustecken, ist immer noch da, aber weit weniger dominant, als ich gedacht hätte.
Acht Tage Isolation habe ich also schon gepackt, und auch wenn es noch zehn mehr werden sollten, schreckt mich das nicht. Wieder einmal scheine ich Glück im Unglück zu haben, denn ich habe schon von Menschen gehört, starken Menschen, psychisch gesunden Menschen, die in diesen Zimmern beinahe den Verstand verloren haben und nur durch die Verabreichung stärkster Beruhigungsmittel und Antipsychotika vom Suizid abgehalten werden konnten. Wie gesagt: Ich bin von mir überrascht. Eines sollte ich freilich nicht zu erwähnen vergessen: Die Ärzte und Ärztinnen sind auch menschlich großartig, ebenso die Krankenschwestern, und die Unterstützung durch meine Gattin, meine Verwandten und meinen Freundeskreis trägt natürlich auch eine ganze Busladung voll dazu bei, dass mein seelisches Gleichgewicht immer noch intakt ist. Daher ein ganz großes DANKE an euch alle!
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